Angekommen. Schon am Samstag. Haben nicht alle vor Überraschungen gewarnt, die Möbelpacker sind nicht solche Weicheier wie unsereins und schleppen den gesamten Hausstand in Nullkommanix von hüben nach drüben? Zwei Tage für einen Umzug, da lachen ja die Hühner? So geschehen. Samstag nachmittag, fünf be- und entladene Zimmer stand nur noch das Geflügelreich unbewegt. Viecher einpacken.
Strategie: Vielleicht ja, daß ruhige, sukzessive Entvölkerung des Zimmers und zahlenmäßiger Zuwachs in der Transportzelle den Schwarmtrieb im Vogel weckt, und der sein Heil lieber bei den Kollegen, wenn auch auf beengtem Raum, statt in vergeblichen Fluchtversuchen, aussichtslosen Verfolgungsjagden und so? Frau B. macht den Anfang. Die dürfte doch so rein konditionsmäßig am wenigsten Paroli bieten. Tragen wir sie mal vorsichtig auf der Hand rüber. Nee. Nix zu machen. Kurz vorm Eingang wendet sie dem Käfig entschlossen den Rücken und flattert davon. Drei Anläufe, drei Retouren. Na gut, dann eben zugefaßt. Das geht erstaunlich leicht. Sie guckt verdattert, was issn jetzt los? Ab in die Kiste. Türchen zu, Vogel fängt an, den Ausgang zu suchen.
Die anderen folgen auf dem Fuße. Nacheinander in den großen Käfig gesetzt, und von dort ins Kistchen zwangsverfrachtet. Der kleine Graue hat darauf am wenigsten Lust. Oder am meisten? Rein in den Knast, und wieder raus. Tür war nicht rechtzeitig zu. Wieder rein. Und wieder raus. Und so weiter. Schlußendlich klettert er auf den Finger und läßt sich brav am Ziel absetzen. Na bitte. Kriegt ein eigenes Taxi, zwecks Geflügelnervenschonung.
Zwischenstop aufm Sofa, während die Käfige ins Auto wandern. Dann ne Decke über die Viecher und ab auf den Beifahrersitz. Zehn Minuten Fahrt mit Protestgeschrei und Gezeter, und die etwas bange Frage, ob wohl alle sechzehn Zehen im Paket die Fahrt unversehrt überstehen. Oder da gerade einer amputiert wird? So wie sich das anhört…
Zwei Treppen hoch, willkommen im neuen Hühnerstall. Enthüllung der Flattermeute. Die sitzen auf der Stange und sind sauer. Vogelgrabscher, unverschämte! Foto will er auch noch! Bitte recht freundlich? Kannste vergessen!
Die Viecher gucken zu, wie das anderen Ende im Zimmer vertraute Gestalt annimmt. Schrank, jawoll. Na endlich, da is ja auch der Käfig. Taxi fährt vor. Aussteigen bitte. There’s no place like home.
Fünf Sittiche atmen erleichtert auf. Keine Meuchelmorde, keine Überfälle, keine Entführungen. Und so schlecht sieht’s hier gar nicht aus.
Aber das guck ich mir später an.






6 Kommentare
September 30, 2008 um 8:18
Na bitte. Alles in Butter. Und schon nen Erkundungsflug gemacht? Das ist tapfer. Sehr sogar.
Oktober 1, 2008 um 4:07
Foto 2 nenne ich „Der Ausflug“.
Oktober 1, 2008 um 4:07
Und verständlich, dass man nach dem Stress einfach nur schlafen will.
Oktober 1, 2008 um 4:26
Leerer Käfig. Sperrangelweit draußen. Wand fehlt. Ausflug. gottogottogott. Nicht auszudenken!
Oktober 1, 2008 um 4:39
Das Zimmer gefällt. Ist sogar ein bißchen größer. Wohung insgesamt ein Drittel kleiner als bisher, alle müssen sich einschränken. Bis auf das Geflügel.
Oktober 3, 2008 um 8:23
*kicher* Ja was tut man nicht alles für das Geflügel.